Hieraus eine Regel für den Bürobetrieb wird niemand machen wollen. Denn natürlich wird das Hirn die meisten Gänge aufs Klo bereitwillig begleiten, oft sogar das Hauptbewusstsein des Gehirns die Gänge ausgelöst haben, da es überlastet oder gelangweilt war.
Die meisten meiner Kollegen werden mich verrückt finden oder für einen Bürohengst mit Poo-Bag halten, der wie ein Computerspieler zwecks Performanceoptimierung auf den stillen Ort verzichtet und diese extreme Verhaltensweise "nun auch noch uns aufzwingen will".
Gewiss nicht! Schon allein aus dem Grund, dass eine Statistik schwierig und unnötig aufwändig wäre, die erfassen wollte, wann und wie oft denn überhaupt der Körper bieseln u.s.w. geht, während das Hirn im Zustand des angesprochenen "Arbeitskontinuums" quasi auf dem Arbeitsplatz bleibt. Ohne eine solche Statistik muss man sich von der Erfahrung sagen lassen, dass solche Glücksfälle von Büroarbeit auf dem Klo nur selten passieren und nicht programmatisch ausgeschlachtet werden sollten.
Wir verfügen ja nicht alle über ein Konzentrationsvermögen wie Einstein und müssen nicht wie Flughäfen Six Sigma übererfüllen, um eine jährliche Flugzeugkatastrophe zu verhindern.
Samstag, 19. Oktober 2019
Agilität beim innereffectorischen Ortswechsel
Auf dem Klo fielen mir drei Aufgaben ein, die ich dem Projektplan hinzufügen sollte, an dem ich gerade gearbeitet hatte. Ich öffnete in meinem Handy die einzig verfügbare Tabellenkalkulationsapp, "Numbers", und tippte die drei Aufgaben ein. In eine zweite Spalte gab ich die zugehörigen übergeordneten Projektbereiche ein. Denn nur Stichwörter als Memo hätte ich ja auch in mein Notizbuch (Evernote) eingeben können.
So aber konnte ich, zurück auf dem Arbeitsplatz, aus der Tabelle gleich die Zweispaltenstruktur in die offene Tabelle auf dem Computer übernehmen.
Ich hatte schon oft über ein mögliches "Arbeiten auf dem Klo" nachgedacht, aber erst heute zum ersten Mal etwas getan.
Die Lernschlussfolgerung ist:
Befindet sich das Hirn in einem Arbeitskontinuum, möchte ich es in diesem Kontinuum weiterarbeiten lassen. Ein kleiner Ortswechsel wie der dringende Gang auf die Toilette soll dabei nicht stören! Und dank unserer Technologien stört er auch nicht, die Arbeit kann beinah nahtlos weiterverrichtet werden!
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