Ich kenne zwei Chinesinnen, die in den Nullerjahren je vier Jahre in England eine Mittelschule besuchten. Ihr Englisch ist passabel, aber schlechter, als man es nach so einem langen Aufenthalt erwartet. Und es ist schlechter als das Englisch zweier weiterer chinesischen Bekannten: eine studierte vier Jahre lang in Hongkong, wo sie auch Kantonesisch lernte; die andere ist ihr Leben lang "bloß" in Shanghai gewesen, studiert dort an der Jiaotong University, hat nur chinesische Mitschüler, muss mit diesen aber im Unterricht Englisch sprechen. Daran gemessen, finde ich an ihrem Englisch nichts auszusetzen, und angenehm ist die Abwesenheit amerikanischen Jargons, der ja kaum mehr Sprache auszudrücken vermag als "kindalike" + Referenzbild aus Film&Fernsehen oder eine beleidigende soziale Brandmarkung ("You are a douchebag.")
Im oben verlinkten Artikel erzählt der Schüler Chang, er würde bei der chinesischen Hochschul-Aufnahmeprüfung Gaokao wohl keine ausreichende Punktzahl für eine gute Universität erreichen - wie etwa die Jiaotong University ist. Daher weicht er auf die amerikanische Schule aus, die das Schulgeld seiner Eltern gerne empfängt, wird später an einer amerikanischen Hochschule studieren, und kommt nach einigen Jahren mit dem hohen Sozialprestige des lange Zeit im Ausland Gewesenen in sein Land zurück (wenn er überhaupt will). "We cannot practice our English"? Ihr müsst nur euern Standort ändern.
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